Impfpräventable Infektionsrisiken

Wie hoch ist das berufsbedingte Infektionsrisiko bei Kita-Beschäftigten?
  1. GWT
  2. ///
  3. Woran wir arbeiten
  4. ///
  5. Referenzen
  6. ///
  7. Infektionsrisiko bei Kita-Beschäftigten

Worum geht es?

Impfpräventable Infektionsrisiken

Die Gesundheit von Erzieher/innen und Tagesmüttern und -vätern erfährt zunehmend Aufmerksamkeit durch Politik und Wissenschaft. Grundsätzlich sind die Arbeitgeber für die Veranlassung einer angemessenen arbeitsmedizinischen Vorsorge aller Beschäftigten auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung verantwortlich. Für Kita-Beschäftigte besteht eine erhöhte Gefährdung, sich mit Infektionskrankheiten anzustecken. Prinzipiell können auch Erwachsene an den sogenannten „Kinderkrankheiten“ erkranken. Problematisch sind in diesem Zusammenhang Impflücken bei den Betroffenen: Nicht selten kommt es durch die zum Teil hochansteckenden Erreger gerade bei Erwachsenen zu einem komplizierten Erkrankungsverlauf mit schwerwiegenden Komplikationen.

Exkurs

Systematic Review

Eine systematische Übersichtsarbeit, englisch systematic review, ist eine wissenschaftliche Arbeit in Form einer Literaturübersicht, die zu einem bestimmten Thema durch geeignete Methoden versucht, alles verfügbare Wissen zu sammeln, zusammenzufassen und kritisch zu bewerten. 

Vorgehen

Systematisches Review zum berufsbedingten Infektionsrisiko

Mit der Einführung des Präventionsgesetzes wurde das Infektionsschutzgesetz insofern verschärft, als dass Beschäftigte in Gemeinschaftseinrichtungen, die keine Immunität gegen Masern haben, beim Auftreten eines Masernausbruchs das Betreten der Einrichtung untersagt wird. Das Kriterium für ein infektionsbedingtes, vorübergehendes Beschäftigungsverbot verschiebt sich hier von der tatsächlichen Erkrankung hin zur generellen Empfänglichkeit der Beschäftigten für die Erkrankung. Zurückliegende Übersichtsarbeiten zeigen zwar einen Zusammenhang zwischen berufsbedingten Infektionen und der Tätigkeit in Kindertagesstätten auf, jedoch existiert bisher kein systematisches Review, welches die verschiedenen Studien zu den einzelnen Krankheiten standardisiert bewertet und das beruflich bedingte Infektionsrisiko für Erzieher/innen benennt. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass sich das lmpfverhalten der betreuten Kinder und der Kita-Beschäftigten im zeitlichen Verlauf verändert hat. Diese Situation erfordert eine Aktualisierung der vergangenen Übersichtsarbeiten unter Nutzung zeitgemäßer methodischer Ansätze. 

Ergebnisse

Abbildung berufsbedingtes Infektionsrisiko bei Kita-Beschäftigten

Das Hauptziel des Studienprojektes ist es, das berufsbedingte lnfektionsrisiko von impfpräventablen Erkrankungen (u.a. Mumps, Masern, Röteln, Keuchhusten, Windpocken) für Kita-Beschäftigte durch eine systematische Übersichtsarbeit abzubilden. Dabei werden Infektionsraten und Effektschätzer des berufsbezogenen Risikos für die einzelnen impfpräventablen Erkrankungen abgeleitet. Die Ergebnisse sollen helfen, Tätigkeiten mit deutlich erhöhten lnfektionsrisiko zu identifizieren. Auf dieser Grundlage können spezifische Präventionsmaßnahmen (insbesondere auf das Impfverhalten ausgerichtet) geplant werden. Darüber hinaus wird eine evidenzgestützte Diskussion etwaiger Beweiserleichterungen in Berufskrankheitenverfahren ermöglicht. 

Projektbeteiligte Personen

Projektleiter

Prof. Dr. med. Andreas Seidler

Das Projekt wird am Institut und Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin (IPAS) der Medizinischen Fakultät der TU Dresden unter der Leitung von Prof. Dr. med. Andreas Seidler durchgeführt. Prof. Andreas Seidler ist Institutsdirektor und Bereichsleiter für den Forschungsbereich 1: Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Public Health. Er trägt die wissenschaftliche Leitung der Weiterbildungskurse für den Erwerb der Gebietsbezeichnung "Arbeitsmedizin" und der Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin" am Zentrum für Arbeit und Gesundheit (ZAGS) Dresden. 

Projektförderer

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ist die gesetzliche Unfallversicherung für nicht staatliche Einrichtungen und unterstützt beim Arbeitsschutz sowie betrieblichen Gesundheitsschutz.

Projektadministration GWT-TUD GmbH

Maria Kretschmer, Bereichsleiterin Projektadministration Medizin

Ansprechpartner

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Treten Sie gern in persönlichen Kontakt mit uns. Wir freuen uns auf Sie.

Maria Kretschmer

Bereichsleiterin Projektadministration Medizin