GWT forschung + innovation

17.02.10

Spannend war’s beim 8. GWT Open House

... im Institut für Elektrische Energieversorgung und Hochspannungstechnik der Technischen Universität Dresden.

Video und Galerie

8. GWT Open House in der Hochspannungshalle


Claus-Peter Held mit Prof. Steffen Grossmann bei der Eröffnung des 8. GWT Open House

Es war das erste GWT Open House im neuen Jahrzehnt. Und das startete mit Hochspannung zum „vorläufigen Höhepunkt“ durch, so GWT-Geschäftsführer Claus-Peter Held. Denn die GWT hatte ihre Kooperationspartner und Kunden diesmal in die Hochspannungshalle des Instituts für Elektrische Energieversorgung und Hochspannungstechnik der TU Dresden geladen. Die 40 Besucherinnen und Besucher waren erst einmal von der riesigen Halle mit den ebenfalls großen und futuristisch anmutenden Anlagen beeindruckt. Diese sind beispielsweise zum Prüfen von Wechselspannung oder Gleichspannung bis zu 1.200.000 Volt oder zum Prüfen von Stoßstrom bis 70.000 Ampère.

„Bei ihrem Bau 1930 war die Hochspannungshalle die größte in ganz Europa“, erläuterte Prof. Dr.-Ing. Steffen Großmann zur Einführung. 45 Meter ist sie lang, 21 Meter breit und 18 Meter hoch. Konstruiert wurde die Halle als Stahlskelett. Auch heute dient sie vor allem der Forschung. Beispielsweise zur Erforschung der Einbindung regenerativer Energie in die Netze. Hochkarätige - und damit weltweit konkurrenzfähige - Forschung sei jedoch nur durch ein hohes Drittmittelvolumen möglich. „Deutschland war und ist auch heute Weltführer in der Elektro-Energietechnik,“ so Prof. Grossmann. Dass das Dresdener Institut über steigende Drittmittel zur Forschung verfüge, verdanken die Energie-Experten unter anderem den Dienstleistungen der GWT, so der Wissenschaftler. Als Dienstleistungsunternehmen bietet die GWT Hilfestellung bei der Realisierung von Projekten mit Unternehmen und Einrichtungen. Und sie hilft, Netzwerke zwischen Wissenschaft und Industrie aufzubauen, mit denen ein noch effektiveres Arbeiten möglich wird. (siehe unten)

Um Netze ging es auch im weiteren Verlauf des Abends. Die Gäste bekamen nämlich einen Einblick in die Herausforderungen, die Energienetzen in der heutigen Zeit gestellt sind. Gewachsen vor hundert Jahren müssen diese heute durch den ständig steigenden „Energie-Hunger“ der Menschen - sowie den globalen Verbund - Leistungen erbringen, für die sie nicht konzipiert wurden. So liegen Forschungsbereiche des Instituts auf Untersuchungen zu Alterung, Langzeitverhalten und der damit verbundenen Zuverlässigkeit, Sicherheit sowie Ökonomie und Ökologie. Energietechnik-Professor Großmann: „Die Menschen sind an einen hohen Standard gewöhnt. Den gilt es auch bei immer weiter steigendem Bedarf zu halten.“

So ist ein Thema der Hochstromtechnik zum Beispiel das Altern von elektrotechnischen Verbindungen. Bei konstanter Strombelastung werden die in den Verbindungen erzeugten Verlustleistungen und damit auch die Verbindungstemperaturen immer höher. Werden diese zu hoch, können die umgebenden Isolierungen geschädigt, im ungünstigsten Fall zerstört werden. So hängen Zuverlässigkeit und Lebensdauer einer ganzen Anlage oft vom Zustand der elektrotechnischen Verbindungen ab. Kommen gleich mehrere Störfaktoren zusammen, kann es im schlimmsten Fall zum sogenanten Blackout kommen, wie er im Jahr 2003 sieben US-Bundestaaten getroffen hat. 285 Kraftwerke mit 531 Generatoren zur Stromerzeugung waren ausgefallen und das Netz war komplett zusammengebrochen, in manchen Städten bis zu 48 Stunden.

Zum Abschluss gab’s noch knisternde Spannung ‚live’. Geschützt hinter einem Drahtzaun erlebten die Gäste Wechsel-, Stoß- und Gleichspannungs-Prüfungen, bei denen sich Hochspannungen von mehreren hunderttausend Volt aufbauten, erkennbar als blaue, züngelnde ‚Adern’. Gefahren wurden die Versuche so lange, bis die „Strecke versagte“. Durchschlag heißt das in der Fachsprache. Bei manchen Versuchen waren dazu bis zu 900.000 Volt nötig.

Forschungsprojekte zwischen Industrie und sächsischer Forschungslandschaft sollen auf dem Gebiet der Energienetze künftig noch besser koordiniert und systematischer umgesetzt werden. Eine Plattform hierzu ist unter der Federführung von TUD Industriepartnern und der GWT in Planung

Kontakt:
Dr. rer. nat. Markus Bender
Tel.: +49 351 87 34 1591
Fax: +49 351 87 34 1722
E-Mail: markus.bender(at)GWTonline.de

Susanne Witzigmann