Windkraftanlage aus faserbewehrten Formholzprofilen
Bauen mit Holz gilt als nachhaltig. Effizient bauen mit Holz bedeutet, die Ressourcen besser zu nutzen und Stoffströme in Wald und Wirtschaft so zu gestalten, dass weniger Verschnitt anfällt und viele Produkte von hoher Wertschöpfung entstehen. Wenn diese Produkte dann auch noch in der Lage sind, energieintensive Bauweisen zu substituieren, wird Holz einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten können.
Das faserbewehrte Formholzprofil verfolgt genau dieses Ziel, indem es die forstlichen Ressourcen erweitert und entlang der Wertschöpfungskette besser nutzt. Zur Herstellung von Formholzprofilen können mehr Baumarten und Rohholz von geringer Qualität genutzt werden. Bei der Verarbeitung im Sägewerk fällt weniger Verschnitt (Nebenprodukte) an und das Profil ist gegenüber dem vollen Querschnitt weit sparsamer, so dass das Formholzprofil alle Anforderungen an nachhaltiges und effizientes Bauen erfüllt.
Windkraftanlage aus faserbewehrten Formholzprofilen, 2013; Foto: L. Sprenger
Faserbewehrte Profile werden nach einem patentierten Verfahren hergestellt, das Holz als zellulären Polymerwerkstoff betrachtet. Sie weisen viele Vorteile gegenüber alternativen Materialien und Verfahren auf, welche in der Konzeption und Umsetzung einer Windkraftanlage zur Geltung kommen. Neben dem effizienten Einsatz von Holz und der umwelt- und ressourcenschonenden Herstellung sind es:
- die schnelle Montage der leichten Profile,
- die Führung der Installation in deren Inneren,
- die hohe Dauerhaftigkeit und Ermüdungsfestigkeit sowie
- die gute Dämpfung gegenüber Lärm und Schwingungen.
Gemeinsam mit dem mittelständischen Montageunternehmen STM in Lunzenau wurde eine Windkraftanlage aus faserverstärkten Formholzprofilen entwickelt. Als Standort wurde in Hinblick auf die Dauer des Genehmigungsverfahrens ein betriebseigenes Gelände gewählt. Der Entwurf der Anlage erfolgte im September 2012. Die Bauphase erstreckte sich von November 2012 bis Januar 2013; die Montage betrug nur wenige Tage. Die Formholzprofile wurden an der Technischen Universität Dresden parallel zu den Stahlarbeiten gefertigt. Insgesamt wurden 18 Einzelrohre aus Kiefernholz mit einer Länge von 1500mm, einem Durchmesser von 300mm und einer Wandstärke von 20mm hergestellt. Die Holzmenge für die Formholzrohre betrug lediglich 0,54m³! Die Rohre wurden zur Verstärkung mit Glasfasern gewickelt.
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Kontakt:
Technische Universität Dresden,
Fakultät Bauingenieurwesen, Institut für Stahl- und Holzbau
Prof. Dr.-Ing. Peer Haller
Jens Voigt
GWT-TUD GmbH
Leiter Kompetenzzentrum Energietechnik
Telefon: +49 351 25933 125
Email: jens.voigt(at)gwtonline.de
Autor: Prof. Dr.-Ing. Peer Haller