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22.10.09

Risikofaktoren für erhöhte Sterblichkeit bei Typ 2 Diabetes

Der international bekannte Diabetes-Experte Prof. Dr. Markolf Hanefeld, Direktor des Zentrums für Klinische Studien Dresden der GWT, präsentierte auf dem 20. Diabetes-Weltkongress der „International Diabetes Federation“ (IDF) im kandischen Montreal die Ergebnisse aus der „Diabetes in Germany“-Studie  (DIG):

Mehr als 12.000 Medizinerinnen und Mediziner aus der ganzen Welt trafen sich vom 19. bis zum 22. Oktober im kanadischen Montreal zum diesjährigen „World Diabetes Congress“. Die Experten diskutierten über neue Ansätze zur Behandlung von Diabetes. Zurzeit wird die Zahl der Menschen mit Diabetes weltweit auf etwa 246 Millionen geschätzt. Für das Jahr 2025 erwarten Diabetologen einen Anstieg auf 333 Millionen Erkrankungen. Mit dieser Zahl an Neuerkrankungen wird der Diabetes zu einer der großen Aufgaben des 21. Jahrhunderts. Die Stoffwechselstörung kennzeichnet sich durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte. Zu hoher Blutzucker schädigt langfristig Gefäße und Nerven, Herz- und Nierenfunktion, die Sehkraft sowie die geistigen Fähigkeiten und verringert außerdem die psychische Belastbarkeit. Um der steigenden Tendenz der Neuerkrankungen entgegenzuarbeiten, kommt der Prävention des Diabetes und seiner frühzeitigen Behandlung eine zentrale Bedeutung zu, zu der gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung einen entscheidenden Beitrag leisten.

In mehreren Beiträgen präsentierten die Dresdener Wissenschaftler um Prof. Dr. Markolf Hanefeld, Direktor des Zentrums für Klinische Studien Dresden, die neuesten Forschungsergebnisse des Zentrums. So stellte Prof. Hanefeld mit dem Titel des ersten Vortrags die Frage ins Auditorium, ob eine medikamentöse Prävention von Diabetes Typ 2 den Ausbruch der Krankheit verzögern und damit die Komplikationen und Folgeerkrankungen verhindern könne. Der Dresdener Diabetologe empfiehlt eine gezielte medikamentöse Behandlung für Risikopatienten mit einem Prä-Diabetes. Prof. Hanefeld: „Die aktuellen Daten haben für zwei Medikamente positive Ergebnisse gebracht, nämlich für Metformin und Acarbose. Hier schlage ich eine Langzeitbehandlung vor, die jedoch individuell an das allgemeine Gesundheitsrisiko des Patienten angepasst und nicht nur auf den Blutzucker fokussiert werden sollte.“ Davon profitieren vor allem Patienten mit metabolischem Syndrom und bestehenden Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.     

Im zweiten Vortrag ging es um die Beziehung zwischen HbA1c und Sterblichkeit. HbA1c ist ein Blutwert, mit dem die langfristige Einstellung des Blutzuckers gemessen wird. Bei Gesunden liegt dieser Wert unter sechs Prozent im Anteil des roten Blutfarbstoffs. Liegt der Wert über acht Prozent, erhöht das deutlich die Sterblichkeit, wie Prof. Hanefeld in einer Studie an 4020 Diabetes-Patienten nachweisen konnte. Daneben erwiesen sich Rauchen, Herzkreislauferkrankungen sowie erhöhter Blutdruck als weitere wichtige Faktoren, die zum Tod der Diabetes-Patienten führten. 

-Experte Prof. Dr. Markolf Hanefeld



Diabetes-Experte Prof. Dr. Markolf Hanefeld ist Direktor des Zentrums für Klinische Studien Dresden. Dieses gehört der GWT an.