Ökobilanzierung von Biomasse-Festbrennstoffen
Im Rahmen einer Studienarbeit an der TU Dresden wurde eine Ökobilanz zum Thema Energieerzeugung aus Biomasse aufgestellt.
Energieerzeugung aus Biomasse wird als nachhaltige Technologie angesehen, da der Energieträger Biomasse zu einer wesentlichen Verringerung der Treibhausgasemissionen beiträgt. Durch den Wiederanbau der Biomasse und die damit verbundene Bindung von CO2 wird eine nahezu ausgeglichene CO2-Bilanz erreicht. EU-Richtlinien und das EEG regeln die Einspeisung von erneuerbaren Energien wie Biomasse. Zusätzlich werden steuerliche Anreize geschaffen. Biomasse wird in Zukunft in der Lage sein, bis zu zehn Prozent des weltweiten Energiebedarfs zu decken und damit die Abhängigkeit von konventionellen Energieträgern zu verringern.
In einer Studienarbeit am Lehrstuhl für Betriebliche Umweltökonomie der TU Dresden (Prof. Dr. Edeltraud Günther) beschäftigten sich Studenten mit einer wenig verbreiteten Form der Energiegewinnung aus Biomasse: mit der Verbrennung von Biomasse-Festbrennstoffen. Neben einer systematischen Literaturrecherche zu den Methoden der Ökobilanzierung von Biomasse stand das Aufstellen einer eigenen Ökobilanz im Mittelpunkt. Die nur begrenzt frei zur Verfügung stehenden Daten für eine solche Analyse zeigen bereits, dass es sich bei Biomasse-Festbrennstoffen um einen sehr neuartigen Energieträger handelt. Daten zu den einzelnen Prozessen werden meist vertraulich behandelt. Dennoch lassen sich bei der Betrachtung des gesamten Lebenszyklus von Biomasse, von der Vorbereitung der Anbaufläche bis hin zur Entsorgung von Verbrennungsrückständen, bereits erste Erkenntnisse gewinnen. Der Verbrennungsprozess hat den größten Einfluss auf die Umwelt. Trotzdem wird durch die CO2-Bindung während des Anbauprozesses eine nahezu ausgeglichene Ökobilanz erreicht. Auch die Art und Größe der jeweiligen Kraftwerke haben großen Einfluss auf die Ausprägungen der einzelnen Wirkungskategorien innerhalb der Ökobilanz.
Für die Forschung lassen sich zahlreiche Fragestellungen und Aufgaben ableiten. Es ist wichtig auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien zuverlässige und gültige Daten zu veröffentlichen um weiterführende Analysen anstellen zu können. Interessante Fragestellungen wie zum Beispiel der Vergleich von Kleinanlagen zur dezentralen Energieerzeugung und Großanlagen zur zentralen Energieerzeugung könnten ein wichtiger Aspekt bei der Etablierung von Biomasseverbrennung als nachhaltige Energietechnologie sein. Als weiteres Forschungsgebiet wäre der Einfluss der Vergütung bei unterschiedlichen Anlagentypen und dessen Auswirkung auf die Emissionen denkbar.
Durch die Erfahrungen zahlreicher interdisziplinärer Projekte im Bereich Energie misst das Kompetenzzentrum Energietechnik der Ökobilanzierung eine immer größer werdende Bedeutung bei. Durch den Kontakt zu potentiellen Partnern aus dem Netzwerk der Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind wir in der Lage neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet zu gewinnen und innovative Lösungen zu entwickeln.
Für Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Kontakt:
GWT-TUD GmbH Kompetenzzentrum Energietechnik
Tom Günther
E-Mail: tom.guenther(at)gwtonline.de