Krankenhaus Dresden Friedrichstadt – Ambulanz für klinische Studien
Das Krankenhaus Dresden Friedrichstadt hat für die Durchführung von klinischen Forschungsprojekten eine Studienambulanz gegründet. Unterstützt wird das Projekt von der GWT – Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer. Am 30. Januar 2009 ab 14:00 Uhr wird dieser Bereich offiziell eingeweiht.
Die Studienambulanz im Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt wird durch den Chefarzt der II. Medizinischen Klinik, Prof. Dr. Sebastian Schellong geleitet. Herr Prof. Schellong ist nationaler Leiter zahlreicher Studien und ist auch international in vielen Entscheidungsgremien für klinischen Studien vertreten.
„In unserer Studienambulanz arbeiten Ärzte und Studienschwestern, die spezielle langfristige Erfahrungen mit Studien haben und anspruchsvolle Fort- und Weiterbildungen besuchten.“, erläutert Prof. Schellong. „Die Studie steht hier im Mittelpunkt und wird nicht neben den Aufgaben des Alltags geführt. Aufgrund ihrer Ausbildung sind die Mitarbeiter der Ambulanz in der Lage, bezüglich der Besonderheiten von medizinischen Studien besser dokumentieren, analysieren und reagieren zu können. Das lässt die Studien noch sicherer und effizienter werden.“
Zurzeit laufen in Friedrichstadt Studien zum Zustand nach Herzinfarkt, zu akuten Durchblutungsstörungen des Herzens und zur Herzschwäche sowie zur Senkung des Bluthochdruckes. Gleich mehrere Studien widmen sich der Beinthrombose in allen Erkrankungsstadien. Prof. Dr. Sebastian Schellong habilitierte sich mit Untersuchungen zur arteriellen Verschlusserkrankung der Beine. Seither liegt sein wissenschaftlicher Schwerpunkt überwiegend bei der Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der tiefen Beinvenenthrombose sowie bei der Entwicklung und sicheren Anwendung von gerinnungshemmenden Medikamenten (Antikoagulanzien).
Die bisher einzige Gruppe von gerinnungshemmenden Medikamenten in der Langzeitanwendung sind die sogenannten Vitamin-K-Antagonisten, z. B. das Falithrom. Die Wirkung dieser Medikamente kann stark schwanken, so dass regelmäßige Blutentnahmen und Dosiskorrekturen erforderlich sind. Mögliche Unter- und Überdosierungen können die Patienten stark und sogar lebensbedrohlich gefährden. Daher wird nach neuen Medikamenten gesucht, die ebenso wirksam, aber in der Anwendung einfacher und möglicherweise sogar sicherer sind. Mehrere solcher neuen Medikamente befinden sich derzeit in der klinischen Überprüfung. Interessierte Patienten können daher mit Hilfe der Studienambulanz unter optimalen und kontrollierten Bedingungen Erfahrungen mit diesen Medikamenten machen und dazu beitragen, dass sie bald allgemein verfügbar werden.
Sie sind herzlich eingeladen, am 30. Januar 2009, 14:00 Uhr, im Haus S die Studienambulanz und ihre Projekte selbst in Augenschein zu nehmen.
Gern steht Herr Chefarzt Prof. Dr. Schellong Ihrer Redaktion im Vorfeld für ein Interview zur Verfügung. Wir konnten außerdem einen Patienten der Studienambulanz gewinnen, der seit zwei Jahren wegen seiner Beinthrombose behandelt werden muss. Bei Bedarf ist er gern zu einem Gespräch über seine Erkrankung, die Studienambulanz und zu einem Foto bereit.
ERGÄNZENDE INFORMATIONEN ZUR PRESSEMITTEILUNG
Namen der Ansprechpartner
Dipl.-Ing. Gisela Speiser, Verwaltungsdirektorin Tel. 480-3000
Prof. Dr. Sebastian Schellong, Chefarzt der II. Medizinischen Klinik Tel. 480-1120
Andre Klopsch, GWT Tel. 44005994
Krankenhaus Dresden – Friedrichstadt
Städtisches Klinikum
Akademisches Lehrkrankenhaus der Technischen Universität Dresden
Friedrichstraße 41, 01067 Dresden
Eigenbetrieb der Landeshauptstadt Dresden
Akutkrankenhaus der Schwerpunktversorgung
Mitarbeiter: rund 1 600
Betten: rund 900
Eröffnet vor knapp 160 Jahren am 27. November 1849 (erste Patienten zum Maiaufstand 1849)
Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer (GWT-TUD)
Die GWT-TUD ist ein Dienstleistungsunternehmen für Wissenschaftler und Ärzte und unterstützt diese bei der Realisierung von Forschungsprojekten mit Unternehmen. Die Gesellschaft betreut derzeit rund 240 Wissenschaftler, unter anderem am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, an der TU Dresden und der TU Chemnitz. Die GWT ist ein Unternehmen der TUDAG – TU Dresden AG
www.GWTonline.de
Thrombose
Thrombos – das ist das griechische Wort für Klumpen oder Pfropf. In der Medizin bezeichnet man ein Gerinnsel in den Blutgefäßen als Thrombus. Verstopft das Gerinnsel ein Gefäß, insbesondere eine Vene, dann sprechen die Ärzte von einer Thrombose. Solche Gefäßverschlüsse sind vor allem in den tiefen Bein- und Beckenvenen sehr gefährlich. Es kann sich eine Lungenembolie entwickeln. An ihr sterben in Deutschland jährlich etwa 40.000 Menschen. Nach dem Herzinfarkt und dem Schlaganfall ist sie die dritthäufigste zum Tode führende Herz-Kreislauf-Erkrankung.