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22.02.10

Innovationspreis für Holzbau-Forscher

Dresdener Holzbau-Forscher wird in Berlin mit Innovationspreis für Klima und Umwelt ausgezeichnet

Das Bundesumweltministerium und der Bundesverband der Deutschen Industrie haben erstmals einen Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) vergeben. Prof. Dr.-Ing. Peer Haller vom Institut für Stahl- und Holzbau der Technischen Universität Dresden erhielt Mitte Februar den Preis für ein neues Verfahren zur Herstellung von Formholz in der Kategorie ‚Umweltfreundliche Technologien’. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird deutschen Unternehmen und Forschungseinrichtungen für innovative Verfahren verliehen, die Wirtschaftlichkeit mit Klima- und Umweltschutz vereinen.

Das von Prof. Haller entwickelte Verfahren zur Herstellung von Formholz sieht eine effiziente Nutzung des Werkstoffes Holz vor bis hin zu einer verschnittfreien Verwertung. Unter Erwärmung werden hier Holzstücke quer zur Faserrichtung verdichtet, anschließend zu Platten verleimt und nach einer Bedampfung zu Rohren geformt. Das so entstandene Formholz, aus dem sich Profile und andere Bauelemente bilden lassen, erlangt dabei mit wenig Material hohe Tragfähigkeit. Je nach Funktion lassen sich die Eigenschaften der Formholzprofile zusätzlich durch spezielle Schichten erweitern oder verstärken. Eine Bewehrung aus Kohle- oder Glasfasern erhöht die Festigkeit und sorgt dafür, dass das Holz keine Nässe aufnimmt. In dieser Form zeigt es sich allen Bauaufgaben gewachsen. Mit seinem Verfahren Holz zu verformen möchte Professor Haller auch das Bewusstsein der Industrie für Holz als innovativen Werkstoff schärfen. Als einen Werkstoff, der preiswert und nachwachsend ist.

Tatkräftige Hilfestellung dafür findet er bei der Sächsischen PatentVerwertungsAgentur (SPVA) der GWT. Diese unterstützt den Dresdener Holzforscher seit vielen Jahren: Indem die SPVA die Patentierung des innovativen Verfahrens begleitet, Messeauftritte organisiert und umsetzt, ein Netzwerk zwischen Industrie und Forschung knüpft und Partner sucht, die das Formholz produzieren und damit dem Markt erschließen. Und dies wird nach Ansicht von GWT-Innovationsmanager Jens Voigt nicht mehr lange auf sich warten lassen, denn: „Die Einsatzmöglichkeiten des Dresdener Formholzes sind umfangreich. Sie reichen vom vielfältigen Baustoff bis zur Herstellung von Möbeln. Professor Hallers Verfahren wird das Bauen nachhaltig verändern.“ Die GWT betreut in ihrem Netzwerk ca. 1000 Industrieprojekte im Jahr. Ungefähr 500 Wissenschaftler der TU Dresden, aber auch anderer Einrichtungen nutzen die Plattform, ihre Forschungsergebnisse in die Industrie zu transferieren.

Der Dresdener Forscher Peer Haller hat sich auch im privaten Leben für Holz als Bauwerkstoff entschieden: Seit einigen Jahren lebt er mit seiner Familie in einem Holzhaus, das er mitgestaltet hat. Seine besondere Liebe zum Werkstoff Holz zeigt sich auch an seiner Küchen-Theke aus Nussbaum, den sein Großvater einst gepflanzt hatte.Prinzip der Formung

Die Grafiken zeigen das Prinzip der Formung: Die im ursprünglichen Holz großen Zwischenräume werden in einem ersten Schritt verdichtet und anschließend verformt, ohne, dass die Zellwände dabei brechen. Das Holz erreicht dadurch mehr Stabilität. Durch Verleimen der so bearbeiteten Hölzer entstehen Bauteile wie Platten, Rohre oder Holzquader.

Anwendungsmöglichkeiten von Formholz


Formholz Anwendung
Das von Prof. Dr. Peer Haller an der TU Dresden entwickelte Verfahren macht Beton, Stahl und Kunststoff Konkurrenz. Sogar Hochhäuser oder Brücken lassen sich damit konstruieren, wie beispielsweise aus den mit Kohlefasern ummantelten Formholz-Rohren (rechts). Die Sächsische PatentVerwertungsAgentur begleitet nun die Vermarktung des innovativen Produkts.

Kontakt:
Institut für Stahl- und Holzbau
der Technischen Universität Dresden
Prof. Dr.-Ing. Peer Haller
Tel.: +49 351 463-36305
E-Mail: holzbau(at)mailbox.tu-dresden.de

GWT TUD GmbH
Sächsische PatentVerwertungsAgentur
Herr Jens Voigt
Chemnitzer Straße 48b, 01187 Dresden
Tel.: +49 351 87 34 1725
E-Mail: jens.voigt(at)GWTonline.de